Im Zuge des brasilianischen Kulturfestivals „Brazil meets Gmünd“ ergab sich die Gelegenheit auf einen afro-brasilianischen Kochkurs. Die Brasilianerin Alba Cristina kam dafür eigens aus ihrer Heimatstadt Salvador angereist und wir durften mir ihr brasilianisch kochen und schlemmen.

In der Küche ging es bald heiß zu, denn Alba und ihre brasilianischen Freunde fingen an während dem Kochen zu tanzen, zu singen und rhythmisch zu klatschen. Da ich als typischer Österreicher erst zu später Stunde und nur unter Einwirkung von einigen Gläschen Sekt  das Tanzbein schwinge, schaute ich dem Treiben erst mal erstaunt zu. Beim Bananenblätter wickeln erklärte mir meine Freundin und Kochpartnerin Sigrid dann mal wie Brasilianer leben und was sie lieben.

Sigrid verbrachte letzten Sommer einige Wochen in Brasilien bei einer Freundin, bekam interessante Einblicke in den Alltag der Menschen in dem sonnengeküssten Land und erfuhr so einiges über die brasilianische Mentalität. Brasilianer sind allgemein sehr offen und gesellig und Sigrid wurde überall wo sie sich vorstellte überschwänglich begrüßt, von jedem umarmt und gedrückt. Es wurde ständig getanzt und gefeiert, alle waren immer gut drauf und Stress war ein europäisches Fremdwort.  Sigrid’s brasilianische Freundin zeigte ihr viele Sehenswürdigkeiten  in dem grandiosen Land, unter anderem besuchte sie mit ihr auch einige der zahlreichen Schönheitssalons.

Das Aussehen spielt in Brasilien eine große Rolle, egal ob Männlein oder Weiblein, da wird gewaxt, gezupft und  gespritzt was geht in den Hallen der Schönheit. Das äußere Erscheinungsbild ist der Maßstab im größten Land Südamerikas. Die berufliche Karriere, ein großes Haus oder ein teures Auto sind nicht so wichtig.Brasilianer investieren viel Zeit und Geld in ihre Schönheit und eine Botoxbehandlung im Beautysalon ist in Brasilien so normal wie bei uns ein Friseurbesuch. Während hier aber nur hinter vorgehaltener Hand  über den einen oder anderen Beauty-Eingriff getuschelt wird und einige prominente Opfer des Schönheitswahns  immer noch behaupten sie sehen nur so jung aus, weil sie viel Mineralwasser trinken, sind Schönheitsoperationen in Brasilien ein willkommenes Thema für Smalltalk beim Essen.  

So faszinierend Land, Kultur und Leute in Brasilien auch sind, schätzt Sigrid die Vorteile unserer faden, kalten und tanzlosen Heimat. „ Hier kann ich mein Auto unbesorgt vor dem Haus abstellen, ohne Sorge ob es am nächsten Tag noch da ist“.

Wir haben zusammen mit Alba Christina übrigens Abará gekocht. Das ist ein typisch afro-brasilianisches Gericht, eingeführt von afrikanischen Sklaven. Es besteht aus einem in Bananenblättern gekochten Teig aus zerstoßenen Bohnen, Nüssen und Krabben.

Abarà

Da Brasilianer nach Gefühl kochen gibt es keine Mengenangaben. Die Zutaten bekommst du im Asia-Geschäft.

Zutaten

Cashewnüsse

Zwiebel

Ingwer

Weiße Bohnen

Getrocknete Shrimps

Bananenblätter

Salz, Öl

Zubereitung

Die Bohnen über Nacht in Wasser einweichen. Dann lassen sie sich leichter schälen und sind besser verdaulich.

  • Cashewnüsse im Standmixer zerkleinern und in eine Schüssel füllen.
  • Zwiebel und Ingwer mit etwas Wasser im Standmixer pürieren und in die Schüssel geben.
  • Weiße Bohnen schälen, pürieren und dazu geben.
  • Alles in der Schüssel mit Salz und Öl gut vermengen.
  • In jedes Bananenblatt einen Esslöffel der Masse füllen, das Bananenblatt darüberfalten und gut verschließen.
  • Die Blätter in einen großen Topf mit Wasser ca. 45 Minuten leicht köcheln lassen.
  • Die Bananenblätter abschöpfen und auf einen Teller legen.

Gegessen werden die Bananenblätter übrigens nicht, nur der Inhalt.

Tipp: Brasilianer füllen die Bananenblätter auch gerne mit Fisch!

"Besser zuviel Brot als zu wenig Wein"

Aus Brasilien