Ich habe das große Glück, daß meine lieben Nachbarn einen Fischteich haben und ich so in den Genuss von absolut einwandfreien Fisch, ohne bedenkliche Rückstände aus dem Apothekerschrank, komme. Wenn ich einen Expertentipp aus der Küche brauche, frage ich gerne unseren Freund und Koch für alle Fälle, Alfred. Ich glaube es gibt kein Gebiet in der Küche, wo er sich nicht auskennt und er hat für alle Küchenfragen immer den passenden Ratschlag zur Hand. Diesmal gab er mir den Tipp meine frischen Lachs Forellen einzubeizen, also Graved Lachs zu machen.

Während Alfred mir zeigte, wie man den Fisch filetiert und er dann mit einer Pinzette die Gräten aus dem Filet zog, begann er zu erzählen, wo er gelernt hat den Lachs so zu marinieren. Nicht wie man vielleicht meint in Skandinavien, woher diese Methode kommt,  sondern in Aspen, dem legendärsten Skigebiet in Nordamerika und Treffpunkt der Reichen und Schönen!

Auf ins Abenteuer USA

1990 hatte Alfred genug von den Küchen in Tirol und am Millstätter See. Da muss es doch noch mehr geben, dachte er sich und genau zu diesem Zeitpunkt entdeckte er in der Zeitung ein Inserat für eine freie Kochstelle in Aspen. Also packte er seinen Koffer, setzte sich ins Flugzeug Richtung Abenteuer und landete im legendären Ski Eldorado im US Bundestaat Colorado.

In der ehemaligen Silberstadt angekommen, tischte Alfred im Restaurant „Wienerstube“ den Einheimischen, Touristen und VIPs kulinarische Schmankerl aus seiner Heimat auf. Das beliebte Lokal gehörte zwei Landsmännern aus Villach und in der dortigen Küche traf man vorwiegend auf Deutsche, Schweizer und Österreicher.

Die Schießerei

Während der Weltcuprennen in Aspen traf sich die gesamte Ski Prominenz der 90er Jahre, Alberto Tomba, Marc Giradelli, Leonard Stock in der Wienerstube bei Champagner und Wiener Schnitzel. Aber auch die Hollywood Größen dieser Zeit spazierten in Moonboots durch die winterlichen Straßen der Kleinstadt und  der berühmte Schauspieler Don Johnson verbrachte hier die Flitterwochen mit Melanie Griffith. Ein Reporterteam einer großen deutschen Zeitung wollte unbedingt Fotos des Traumpaares der 90-er machen und mietete einen Hubschrauber. Die Paparazzi machten sich mit Kameras bewaffnet auf die Jagd nach Fotos der frisch Vermählten und  flogen über das Ferienhaus des Paares. Die Bodygards von Don Johnson und Melanie waren allerdings nicht zimperlich und schossen mit scharfer Munition auf den Hubschrauber, worauf die entsetzten Reporter ohne die erhofften frivolen Fotos den sofortigen Rückzug antraten.

Alfred erlebte in Aspen noch einige verrückte Geschichten und legte mit seinem Motorrad tausende Kilometer zurück, quer durch die schönsten  Nationalparks und die sagenhaftesten Städte der USA , bevor er das Abenteuer USA beendete.

Als ich ihn fragte, warum er dann doch das aufregende Leben in Aspen wieder gegen die Eintönigkeit seiner Kärntner Heimat eintauschte, lachte Alfred und antwortet: „Weil ich die Schnauze voll hatte von den Amerikanern, die einfach keine Ahnung von guter Küche haben“

Graved Lachs

Zutaten

1 Lachsfilet (Lachsforellenfilet)

50 ml Öl

50 g Salz

20 g Zucker

2 EL Pfeffer

 1 Bund frischen Dill

Zubereitung

  • Den Lachs mit kalten Wasser kurz abspülen und trocken tupfen

  • Salz, Zucker, Pfeffer und Dill vermengen und etwas davon zusammen mit 3 El Öl in einer Auflaufform gleichmäßig verteilen

  • Lachsfilet in zwei gleich große Stücke schneiden und die Hälften mit der Hautseite nach unten in die Form legen

  • Die restliche Salz-Kräutermischung gleichmäßig über die Filets verteilen

  • Alles mit einer Klarsichtfolie abdecken und für 2-3 Tage in den Kühlschrank stellen.

  •  Den Fisch in feine Scheiben schneiden und servieren.

  • Dazu passt eine Honig-Senf Sauce  oder würziger Sahnekren.

  • Tipp: Beim Einlegen einen SchussCognac über den Fisch geben

"Alle Speise köstlich schmeckt, wenn den Tisch die Liebe deckt"

Felix Dahn