Achtung! Werbung in eigener Sache. Schon als Kind sagte mein lieber Papa oft zu mir" Wenn du dir was einbildest, dann muss das unbedingt und auf der Stelle sein!". Damals ging es meist nur um das Fernsehprogramm oder das neue Micky Maus Heft. Vor ungefähr zwei Jahren ging es darum ein Kärntner Nudel Kochbuch zu schreiben.

Wie schon gesagt, wenn ich mir was in den Kopf gesetzt habe... Also habe ich eine Menge Kärntner Nudel Rezepte ausprobiert, die Besten davon aufgeschrieben, die Nudel schön in Szene gesetzt und fotografiert. Die grafische Gestaltung des Buches hat die großartige Corinna Hackl und ihr engagiertes Team übernommen, ich stehe mit meinem Laptop meistens auf Kriegsfuß. Dann ging es ab in die Druckerei, zum Buchbinder und fertig war mein Kochbuch.

Portraitfoto copyright Michael Neuwirth

Jetzt nur noch die Website überarbeiten, einen Onlineshop einrichten, ein paar Posts auf Facebook und das Leben als Bestsellerautorin kann beginnen. Wie naiv ich doch war. Am großen Tag der Buchvorstellung, im Mai des vorigen Jahres bei Frau JOT, habe ich den ganzen Kofferraum meines Autos vollgepackt mit meinen Büchern und war ausgerüstet mit Visitenkarten, Kamera und dem passenden Sprüchen für die persönlichen Buchwidmungen.

Aber anstelle der von mir erwarteten Warteschlange bei meiner Buchpräsentation  saß ich alleine da, wie bestellt und nicht abgeholt. Verkauft habe ich an diesem Tag ganze 6 Bücher, und die an Corinna, Frau JOT und meine Cousine (danke liebe Anja). Was für ein Reinfall! Anstatt meinen zukünftigen Erfolg als Bestsellerautorin mit einer Flasche Sekt zu feiern, flossen daheim die Tränen. Wie konnte ich nur so viel Geld in den Sand setzen für so eine blödsinnige Idee!

Dann kauften die Ersten mein Buch, die nicht mit mir verwandt oder befreundet waren und ich habe mich gefreut wie ein Kind an Weihnachten. Auf einmal kamen Leute auf mich zu und erzählten mir, welche Rezepte sie schon aus meinem Nudelkochbuch ausprobiert haben und wie gut alles geklappt und geschmeckt hat. Am liebsten hätte ich jeden von ihnen umarmt vor lauter Freude!

Die Hoffnung auf eine  J.K.Rowling Erfolgsgeschichte hat sich leider nicht erfüllt und ich habe immer noch Bücher in meinem Keller stehen, aber es ist meine persönliche Erfolgsgeschichte. Wie Friedrich Schiller schon sagte:"Wer nichts waget, der darf nichts hoffen."

An dieser Stelle möchte ich mich bedanken bei allen die mein Buch gekauft haben, die es weiterempfohlen haben und sowieso an die Vielen, die mich unterstützt haben! Dank euch bin ich nun mächtig stolz auf meine blödsinnige Idee!

Hier und jetzt mein Lieblingsrezept aus meinem 1. Kärtntner Nudel Kochbuch, herrliche Spargelnudel!

Spargelnudel

Zutaten für ca. 30 Nudel

1 kg Erdäpfel mehlig

500 g Bröseltopfen

1 Bund grünen Spargel

Salz, Pfeffer, Kerbel, Petersilie, Muskatnuss

Für den Teig:

1 kg Mehl griffig

1 Ei

500 ml lauwarmes Wasser

2 EL Öl, Prise Salz

Zubereitung

  • Die Erdäpfel kochen.
  • Die Zutaten für den Teig in der Küchenmaschine zu einem glatten Teig verarbeiten, diesen in Frischhaltefolie wickeln und in den Kühlschrank geben.
  • Den Spargel waschen, die holzigen Enden abschneiden und das letzte Drittel schälen.
  • Salzwasser in einem Topf zum Kochen bringen und die Spargelstangen ca. 10 Minuten köcheln lassen.
  • Die gekochten Erdäpfel durch eine Erdäpfelpresse in eine große Schüssel drücken.
  • Spargel abseihen, in kleine Stücke schneiden, mit den Erdäpfeln und dem Topfen vermengen und mit den Gewürzen abschmecken.
  • Aus der Masse kleine Bällchen formen.
  • Den Nudelteig vierteln, zu Rollen formen und von dieser kleine Stücke abschneiden.
  • Die Teigstücke ausrollen, immer eines in die Handfläche legen, ein Bällchen draufsetzten, den Teig darüber schlagen und den Nudel krendeln.
  • Die fertigen Spargelnudel in kochenden Wasser ca. 10 Minuten sieden lassen.
  • Mit zerlassener Butter und Salat servieren.
  • Die übrigen Nudeln einfrieren.

Tipp: Ich wiege Bällchen und Teigstücke ab (je 50 g) damit alle Nudel gleich groß werden

Ihr aber seht und sagt: Warum? Aber ich träume und sage: Warum nicht?

Georg Bernard Shaw